BWL mit Schwerpunkt Sportmanagement am RheinAhr Campus Remagen – Ein Erfahrungsbericht


Friederike Pape studiert am RheinAhr Campus in Remagen Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Sportmanagement. Das Besondere: Sie studiert noch auf Diplom (mittlerweile wurde der Studiengang auf Bachelor umgestellt) und schreibt gerade ihre Diplomarbeit über das Sponsoring der Handball-Bundesliga durch Toyota. Zudem verfügt Friederike über mehrere Trainerlizenzen und hat dank vieler Praktika einige Erfahrung in der Welt des Sportmanagement gemacht. Für www.Sportmanagement-Studieren.de hat sie kurz die Diplomarbeit zur Seite gelegt und uns ein paar Fragen beantwortet.

Friederike, vielen Dank, dass du dir trotz Diplomarbeitsstress die Zeit für ein Interview nimmst. Hast du den Entschluss, ein Studium im Bereich Sportmanagement zu wählen,  als die logische Konsequenz deiner Leidenschaft für Sport getroffen?

Für den Sportmanagement-Studiengang habe ich mich während meines Abiturs entschieden. Der Studiengang hat mir die Möglichkeit geboten, meine Leidenschaft für Sport mit dem Interesse für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge zu verbinden. Ein reines BWL-Studium wäre mir vermutlich zu trocken gewesen; ein sportwissenschaftliches Studium mit sportmedizinischen und trainingswissenschaftlichen Fächern kam für mich nicht in Frage.

Wo und wie hast du dich denn vor dem Studium über die verschiedenen Studienmöglichkeiten und Studiengänge in diesem Bereich informiert? Was rätst du Studieninteressenten, wie sie die Studienwahl angehen sollten?

Ich habe mich damals vor allem über das Internet, z. B. durch die Seite hochschulkompass.de über die verschiedenen Studienmöglichkeiten informiert. Aus meiner jetzigen Erfahrung heraus empfehle ich den Studieninteressenten, sich bei den Hochschulen, die in der näheren Auswahl stehen, einfach mal in eine Vorlesung reinzusetzen und mit Studenten des entsprechenden Studiengangs zu sprechen.

Du hast dich letztendlich für den RheinAhr Campus in Remagen (bei Bonn) entschieden. Was waren deine Gründe dafür?

Der RheinAhrCampus in Remagen hat mich vor allem durch seine Praxisnähe überzeugt. Im Grundstudium sind pro Semester einige Wochen Praktikum zu absolvieren, darüber hinaus gibt es so genannte Praxistransferprojekte, bei denen im Studium Erlerntes direkt in die Praxis umgesetzt wird.
Im Hauptstudium ist ein fünfmonatiges Praxissemester obligatorisch. Von Vorteil ist außerdem die mit 25 geringe Studierendenanzahl pro Semester.

Wie ist die Studienatmosphäre am RheinAhr Campus? Was sind die positiven und die eher nicht so guten Studienerfahrungen an der Hochschule?

Dadurch, dass der RheinAhrCampus ziemlich klein ist, herrscht dort eine sehr familiäre Atmosphäre. Insbesondere unter den Sportmanagement-Studierenden kennt jeder jeden.

Gefördert wird dies auch durch den Alumniverein Sporac, der viele Veranstaltungen sowohl für Studenten, als auch für die Absolventen, durchführt. Allgemeine betriebswirtschaftliche Vorlesungen wie Recht oder Marketing finden in einer größeren Runde mit allen Studierenden des Fachbereichs Betriebs- und Sozialwirtschaft statt. Insbesondere im Hauptstudium gibt es dann viele Sportmanagement-Spezialisierungen wie Sportmarketing oder Sportrecht. Man muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass vor allem das Grundstudium sehr betriebswirtschaftlich ist und man sich in den ersten Semestern beispielsweise zunächst durch Mathe oder Statistik „quälen“ muss.

Sehr positiv sind meiner Meinung nach die verpflichtenden Praktika und Vereinsmanager-/Trainerlizenzen zu bewerten. Dadurch erhält man einen guten Einblick in das spätere Berufsfeld Sportbusiness. Dies wird auch durch die so genannten Sportforen gefördert: In regelmäßigen Abständen stellen Sportmanagement-Absolventen ihren bisherigen Berufsweg vor. Auch externe Referenten diskutieren in den Sportforen über aktuelle Themen des Sportbusiness. So waren beispielsweise Christoph Metzelder und Michael Meier bereits im Rahmen des Sportforums am RheinAhrCampus.

Der Ende der 90er Jahre erbaute Campus ist modern und sehr gut ausgestattet. In Remagen lässt es sich, obwohl die Stadt sehr klein ist, meiner Meinung nach gut studieren. In fünf Minuten erreicht man mit dem Fahrrad alle Freunde, außerdem ist die Lage am Rhein sehr schön. In 15 Minuten ist man mit dem Zug in der Bonner Innenstadt, 45 Minuten sind es bis nach Köln, etwa 20 Minuten bis nach Koblenz. Da das Studierendenticket von Koblenz bis nach Köln gilt, hat man also auch gute Möglichkeiten, aus Remagen raus zu kommen.

Als negativ beurteile ich die wenigen Wahlmöglichkeiten innerhalb des Sportmanagement-Studiums. Zwar werden so genannte Wahlpflichtfächer angeboten, allerdings ist die Auswahl an sportmanagementspezifischen Fächern gering. Dies liegt vor allem an den nicht vorhandenen personellen Kapazitäten, was sicherlich ein Nachteil der geringen Größe des RheinAhrCampus ist.

Du hast schon einige Praktika in der Sport(management)branche absolviert. Welche Wege eröffnen sich für Personen mit einem Abschluss wie du ihn bald hast? Du bist ja auch schon vor dem Ende deines Studiums in den Beruf gestartet. Wie kam es dazu?

Nach zwei längeren Praktika bei Fußballvereinen habe ich im letzten Semester noch ein freiwilliges viermonatiges Praktikum bei dem Forschungs- und Beratungsinstitut SPORT+MARKT absolviert. Daraus hat sich dann eine Festanstellung ab Oktober diesen Jahres ergeben, in der Zwischenzeit habe ich meine Diplomarbeit bei Toyota über das Sponsoring der Handball-Bundesliga geschrieben. SPORT+MARKT berät alle Beteiligten eines Sponsorings wie Vereine, Verbände, Unternehmen oder Sportrechtevermarkter. Ich arbeite bei SPORT+MARKT in der TV-Medienanalyse, bei der der Erfolg des Sponsorings im Sinne der medialen Präsenz des Sponsors ermittelt wird.

Ein Sportmanagement-Studium bietet allerdings sehr vielfältige Berufswege: Breitensportvereine, Vereine im professionellen Sport, Sportverbände, Sportrechtevermarkter, Sportmarketingagenturen, Sportveranstaltungen, Sponsoringleiter in Unternehmen etc. Durch den Abschluss Diplom-Betriebswirt ist außerdem auch der Weg offen für Tätigkeiten außerhalb des Sportbusiness, so dass man sich durch das Studium nicht zwangsweise auf die Sportbranche festlegen muss.

Wenn du dich nochmal entscheiden müsstest: Würdest du wieder ein Studium im Bereich Sportmanagement wählen? Und wieder am RheinAhr Campus?

Wenn ich noch mal entscheiden müsste, würde ich auf jeden Fall wieder Sportmanagement studieren. Dass ich noch vor meinem Abschluss eine Festanstellung habe zeigt, dass trotz Wirtschaftskrise weiterhin Bedarf an qualifizierten Sportmanagern, die das Verständnis für das Sportbusiness und betriebswirtschaftliche Kompetenzen auf sich vereinen, besteht. Ich würde auch jederzeit wieder in Remagen studieren, zum einen wegen den Studieninhalten, die mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen haben, zum anderen auch wegen der sehr angenehmen Atmosphäre zwischen den Studierenden, aber auch zwischen Studierenden und Professoren.

Der Alumni-Verein Sporac trägt dazu bei, dass der Kontakt zum Campus und zu den ehemaligen Kommilitonen auch weiterhin bestehen bleibt. Seit diesem Jahr treffen sich alle Sportmanagementabsolventen und Studenten aus höheren Semestern einmal im Jahr in einer jeweils anderen Stadt, um Erfahren aus dem Berufsalltag auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Liebe Friederike, vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Wir wünschen dir alles Gute für deine Diplomarbeit und vor allem deine weitere Karriere.