Master Sportmanagement an der SRH Hochschule Heidelberg – Ein Erfahrungsbericht


Maximilian Hoff hat bereits einen Diplomabschluss in Betriebswirtschaft. Seit dem Wintersemester 2008 absolviert er nun den Master Sportmanagement an der SRH Hochschule in Heidelberg. Für www.Sportmanagement-Studieren.de hat er sich kurz vor Abschluss seines Studiums die Zeit für ein ausführliches Interview genommen.

Lieber Maximilian, erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Wie kamst du zu dem Entschluss, an dein Betriebswirtschaft Studium den Master in Sportmanagement dranzuhängen?

Vielen Dank, vorab möchte ich mich für das gezeigte Interesse an meiner Person bedanken und gerne Fragen rund um das Sportstudium beantworten, damit auch andere Interessenten von der aufregenden Branche überzeugt werden.

Schon während meines Erststudiums konnte ich Erfahrungen in der Sportbranche sammeln. Zu meinem Glück arbeitete ich in Frankfurt bei einer Agentur, die während der WM 06 OBI als Nationalen Förderer exklusiv und iSe Hospitality, als Rechteinhaber der Hospitality-Pakete, in weiten Teilen betreute. Für mich war es nicht nur eine aufregende Zeit als Fußballinteressent, vielmehr lernte ich alle Facetten der (Fußball-)Sportbranche kennen und war fortan fasziniert.

Nach meinem Diplom versuchte ich über Agenturen (die vor allem adidas und diverse Hauptsponsoren verschiedener Bundesligisten betreut haben) in der Sportbranche Fuß zu fassen. Dabei lernte ich interessante Leute kennen, vor allem die „alte Garde“ der Universität Bayreuth, die mittlerweile überall in der Sportbranche zu finden ist. Schnell wurde mir bewusst, dass die Sportbranche sein ganz eigenes Netzwerk hat. Ich merkte schließlich, dass ich ohne theoretische Grundlagen und ein noch viel tieferes und breiter aufgestelltes Netzwerk kaum Chancen in der Sportwelt als Arbeitnehmer haben würde. Ausschlaggebend für meine Entscheidung war aber ein zufälliges Treffen mit einem DFB Funktionär im Frankfurter Marriott. Er sagte mir damals, dass vor allem im (Sport-) Studium ein wichtiges Netzwerk entstehen würde. Die Sportbranche ist eine große Familie, man trifft sich ständig auf Veranstaltungen, im Rahmen der Hochschule, bei Exkursionen… Ein Masterstudium erwies sich also als zwingend notwendig, alleine um Part dieser engen Familie zu werden.
Natürlich kann sich jeder BWLer in der Sportbranche bewerben und hat sicherlich auch Chance, doch ein Netzwerk macht die Arbeitsuche meines Erachtens sehr viel einfacher.

Wo und wie hast du dich denn vor dem Studium über die verschiedenen Studienmöglichkeiten und Studiengänge im Bereich Sport informiert? Was rätst du Studieninteressenten, wie sie die Studienwahl angehen sollten?

Zu meiner Zeit des Studienbeginns, also im Jahr 2008, gab es in Deutschland im Bereich Sportmanagement kaum Masterangebote. Die Sportökonomie und –wissenschaft (also eher die Lehre über das aktive Sporttreiben, Reha, Trainingsplanung, Muskelaufbau…) waren als Dipolmstudiengang in Köln oder Bayreuth stark vertreten. Doch mir als BWLer waren vor allem die Managementaspkete der Branche wichtig. Somit kam nur ein Studium mit betriebswirtschaftlichen Grundlagen für mich in Frage. Die Recherche erwies sich damals als schwierig, da es kaum seriöse Angebote gab. Alle Wege führten in meinem Fall nach Heidelberg, da die SRH Hochschule einer der ganz wenigen Anbieter vom Master in Sportmanagement war (und eins sei gewiss: mir als Wahl-Kölner und NRW-Liebhaber fiel die Entscheidung anfänglich sehr sehr schwer, nicht an die SpoHo gehen zu können).

Informiert habe ich mich primär im Internet oder bei Freunden, die das Programm des Masters in Heidelberg, objektiv gesehen, als gut erachtet haben.

Ich persönlich würde immer einen neutralen Rat hinzuziehen und die Finger von „unseriösen“ Instituten lassen, die nicht staatlich anerkannt sind. Viele Anbieter wollen mit ihren Angeboten nur Geld verdienen.
Natürlich gibt es heute staatliche Institutionen wie beispielsweise die SpoHo in Köln oder vor allem Bayreuth, die die Brisanz des Masterstudiums erkannt haben und auch im Sportmanagement nachgezogen sind. Zu den Studiengängen kann ich leider nicht viel sagen, da diese damals noch nicht existent waren. Letztlich sollte jeder für sich entscheiden, welche Grundlagen für den späteren Beruf wichtig sind und ob das Studium diese Wissensbedürfnisse decken kann.

Wieso hast du dich letztendlich für die SRH Hochschule Heidelberg entschieden?

Mir war zwar klar, dass eine private aber staatlich anerkannte Hochschule das Portmonai meiner Eltern strapazieren würde, doch das investierte Geld zahlte sich schnell aus: Eine enge Vernetzung in alle Bereiche des Sports (1899 Hoffenheim, FIFA, adidas, Puma, Telekom, SAP, Deutsche Bank…) wird mir seit dem ersten Tag des Studienbeginns geboten. Natürlich muss jede Person die Kontakte selber pflegen, der Einstieg wird aber unkompliziert ermöglicht. Eine seriöse Studienstruktur, kleine Studiengruppen und der enge Kontakt zur Wirtschaft sowie den Dozenten haben mich schnell überzeugen können. Alle Facetten der BWL spiegeln sich natürlich auch in der Sportbranche wieder, deswegen gibt es in unserem Masterprogramm auch Vorlesungen wie Finanzmanagement, Marketing, Sponsoring, Personalpolitik, u.s.w. Jeder der Vorlieben für das Marketing hat, der dürfte keine Probleme in dem Programm haben. Da es sich sowieso um ein nicht konsekutives, also nicht anknüpfendes, Studium handelt, finden sich auch Juristen, Marketingstudenten oder gar Germanisten bei uns wieder. Also eine bunte Mischung; das ist aber auch gut so, denn so befinden sich die Meisten auf dem gleichen Wissenslevel.

Des Weiteren genießt jeder Student alle Vorteile einer privaten Einrichtung: Technik vom Feinsten, moderne Studienräume, ein angenehmes Ambiente… all dies sind nur wenige Beispiele für die Repräsentanz der Hochschule.

Kannst du uns einen Einblick in dein Sportmanagement Master-Studium geben? Wie verlaufen die Vorlesungen, was sind die Studieninhalte, welche Schwerpunkte kannst du im Studienverlauf setzen?





Anmerkung der Redaktion: Diese Beschreibungen beziehen sich auf das Studium vor einer umfassenden Konzeptänderung und sind daher nicht mehr aktuell. Infos dazu gibt dieser Artikel wieder. Wir haben diesen Absatz allerdings online gelassen, da er die Studienatmosphäre wiedergibt) Die Vorlesungen finden an der Hochschule in kleinen Gruppen statt. Insgesamt sollen pro Jahrgang maximal 25-30 Studenten im Master aufgenommen werden. Die Gruppengröße fördert die Kommunikation zwischen Dozenten und Studenten, die Interaktion der Studenten und nicht zuletzt die Teamfähigkeit unter Kommilitonen. Dozenten legen sehr viel Wert auf Vor- und Nachbereitung der Studieninhalte, damit fortlaufend ein Dialog stattfinden kann und die klassische „One Man Show“ des Dozenten somit vermieden wird. Zusätzlich werden Studenten in ihrer Präsentationsfähigkeit gefordert und gefördert, da in vielen Vorlesungen so der Unterricht von Studenten aktiv mit gestaltet und oft auch geleitet wird. Das gute daran: Wir, also die Studenten, können den zu behandelnden Stoff so teilweise mitbestimmen und unsere Interessen ins Spiel bringen.

Der Master ist in Trimestern aufgebaut, sodass jeder Student in zwei Jahren insgesamt 20 Pflichtfächer und 2 Schwerpunkte (Wahlfächer) belegen muss. Pflichtfächer sind dann beispielsweise: Internationales Sportmanagement, Finanzmanagement, Marketing, Sportpolitik, Businesscommunication, Unternehmensethik…
Wahlfächer wie Global Sportsbusiness, (Unternehmens-)Kommunikation, Nonprofitmanagement und viele mehr sind ab dem 4. Trimester von den Studenten zu belegen. Mein Kurs hat geschlossen Unternehmenskommunikation (enger Bezug zur Puma AG und Deutschen Bank) und Global Sportsbusiness (enger Bezug zum amerikanischen Sportbusiness oder auch dem asiatischen Raum wie Katar) gewählt. Die Qualität dieser beiden Module, die über 2 Trimester zu belegen sind, spiegelt sich auch in der Wahl der Studenten wieder, da bis dato alle Studenten diese Fächer gewählt haben.

Trotzdem gibt es auch Angebote für Interessenten von Vereins- oder Verbandsmanagement und auch hier hat die SRH gute Kontakte, da unser Studiengangsleiter viele Jahre beim DOSB gearbeitet hat und andere Dozenten mit Bundesligisten enge Verbindungen aufweisen.


Wie ist denn die Studienatmosphäre an der Hochschule? Was sind die positiven und vielleicht nicht zu positiven Erfahrungen?

Die Studienatmosphäre ist sehr angenehm. Es gibt Verbindungen auch zu anderen Masterkursen, mit denen zusammen manche Kurse stattfinden. Wer irgendwann keine Lust mehr auf den Sport hat, was natürlich im Master Sportmanagement nicht vorkommen sollte, der konnte bis dato auch die klassischen Schwerpunkte des BWL Masters belegen.
Die sehr enge Verbindung zu den Dozenten bietet immer die Gelegenheit, auch zwischen den Vorlesungen auf ein offenes Ohr zu stoßen. Probleme werden gemeinsam angepackt, Wünsche und Anregungen werden immer ernst genommen und oftmals umgesetzt.

Aber wie immer im Leben gibt es nicht nur positive Seiten: Die Umstellung von Diplom auf Master hat auch in Heidelberg anfänglich für etwas Unstrukturiertheit gesorgt. Da es den Master aber nun seit 3 Jahren gibt, hat sich die „Findungsphase“ mittlerweise gelegt. Trotzdem wird darüber nachgedacht, manche Studieninhalte gegen wichtigere Fächer auszutauschen oder diese zu ergänzen. Ein Modul wie Sportrecht kam in meinem Jahrgang zu kurz, nun wird darüber nachgedacht ein solches Modul für künftige Studenten zu implementieren.
Zusätzlich mussten wir leider den Abgang eines kompetenten und sehr netten Dozenten verkraften, der aber nun gegen einen jungen und dynamischen Junior Professor ersetzt wurde.

In welchem Bereich möchtest du nach dem Studium arbeiten? Gibt es schon bestimmte Branchen oder Unternehmen, die du dir für den Berufsstart wünschst?

Ich gelte in meinem Kurs als absoluter Verkäufer oder auch böse gemeint als „Labertasche“. Ich fühle mich in klassischen Bereichen des Marketing zu Hause und mag die Kommunikation zu meinen Mitmenschen. Eigentlich habe ich immer mit Marketing- oder Sponsoringabteilungen von Unternehmen geliebäugelt, die sich vor allem im Fußball tummeln. Nun baue ich mir aber seit einem halben Jahr ein eigenes Unternehmen mit einem Freund und zwei Geschäftspartnern auf, welches hoffentlich irgendwann ihr Geld im Merchandising und im Vertrieb generieren wird.

Es ist halt häufig so: Ganz spontan entstehen Situationen, mit denen man vorher nicht gerechnet hat. So wird das sicherlich auch bei vielen beim Berufswunsch sein.

Wenn du dich nochmal entscheiden müsstest: Würdest du wieder den Master Sportmanagement wählen?

Ich würde den Master an der SRH auf jeden Fall wieder wählen. Mein Erststudium habe ich etwas lethargisch und unmotiviert absolviert. Hier komme ich erst gar nicht in die Situation der Lethargie zu verfallen. Viele Präsentationen oder auch mündliche Prüfungen härten jeden Studenten ab und bereiten einen auf die Realität der Wirtschaft vor. Meine Existenzgründung hätte ich nicht soweit vorantreiben können, wenn ich nicht gewieft genug gewesen wäre, mit Geschäftsführern und Vorstandsvorsitzenden an einem Tisch deren aber auch meine Interessen in Einklang zu bekommen. Schon heute muss ich der Hochschule danken, denn sie hat einen großen Teil zu diesem bisherigen Erfolg beigetragen und hat mich stets unterstützt.


Maximilian, vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Sie helfen den Studieninteressenten bestimmt bei der Studienwahl sehr weiter. Wir wünschen dir alles Gute und vor allem ein weiterhin erfolgreiches Sportmanagement Studium.